Munich Re: Schwere Naturkatastrophen
prägen erstes Halbjahr 2010
 

(ac) Die Anzahl der Naturkatastrophen und das Ausmaß der verursachten Schäden lagen in der ersten Jahreshälfte 2010 außergewöhnlich hoch.
So wurden von Januar bis Juni 440 Ereignisse registriert, das ist die zweithöchste Anzahl in einem ersten Halbjahr seit 2000.

Die volkswirtschaftlichen Schäden beliefen sich auf 70 Mrd. US-Dollar.

Versichert davon waren 22 Mrd. US-Dollar, mehr als doppelt so viel wie im Durchschnitt der ersten Halbjahre 2000 und sogar mehr als im bislang schadenträchtigsten ersten Halbjahr 2008. Auf diese Zahlen bezieht sich die GeoRisikoForschung von Munich Re.

Vor Allem die Erdbeben in Haiti und Chile zählen zu den verheerendsten jemals aufgezeichneten Ereignissen, gemessen an unterschiedlichen Parametern: In Haiti starben am 12.01.2010 ca. 223.000 Menschen, es war damit eines der tödlichsten Erdbeben überhaupt. Da so gut wie kein Versicherungsschutz bestand, blieben die versicherten Schäden mit
150 Mio. US-Dollar gering.
Anders bei dem Erdbeben in Chile vom 27.02.2010, dem fünftstärksten jemals gemessenen Erdbeben. Die Zahl der Todesopfer war wegen eines besseren Baustandards mit 521 um ein vielfaches geringer als in Haiti. Allerdings war das Erdbeben mit einem versicherten Schaden von etwa
8 Mrd. US-Dollar das bisher zweitteuerste.
Weiterhin richteten 385 wetterbedingte Naturkatastrophen erhebliche Schäden an. Das teuerste Ereignis war der Wintersturm Xynthia, der im Februar über die iberische Halbinsel, Frankreich und Teile Mitteleuropas zog. Die Schadenbilanz belief sich auf 4,5 Mrd. US-Dollar volkswirtschaftliche und 3,4 Mrd. US-Dollar versicherte Schäden.
Auch mehrere Überschwemmungen wurden im ersten Halbjahr verzeichnet. Derartige Wetterereignisse, die voraussichtlich durch die globale Klimaerwärmung zunehmen werden, stellen die Versicherungsbranche vor neue Herausforderungen.

AssCompact / August 2010