
37.000 Euro (!) für eine KFZ-Versicherung
Britische Fahranfänger müssen bluten
 |
Ein englischer Teenager bekam den
Schock seines Lebens, als er erfuhr wie hoch die Prämie für
seine erste Kfz-Versicherung sein sollte. Satte 32.819 Pfund,
umgerechnet 37.741 Euro, wollte die „Automobile Association“
(AA) dem siebzehnjährigen Jake Redshaw für die Versicherung
seines Gebrauchtwagens in Rechnung stellen. |
Der Student aus dem nordenglischen
Salford hatte vor kurzem die Fahrprüfung bestanden und braucht
das Auto, um zwischen Uni, zu Hause und dem Warenlager, wo er
einen Teilzeitjob hat, pendeln zu können.
Jake hatte neben dem Angebot der AA noch andere Offerten
eingeholt, aber auch die waren horrend teuer. „Die meisten lagen
zwischen 12.000 und 13.000 Pfund“, sagte er, „und das billigste
war 5.700 Pfund.“ Das sind immer noch umgerechnet 6.555 Euro im
Jahr und unerschwinglich für den 17-Jährigen. „Ich kann mein
Auto nicht versichern“, klagte Jake, „und muss meine Eltern
bitten, mich herumzufahren“.
Die Prämien bei Kfz-Versicherungen sind in Großbritannien im
letzten Jahr durchschnittlich um 38 Prozent gestiegen, obwohl
die Zahl der Verkehrsunfälle fiel, was zu einer
parlamentarischen Untersuchung der Geschäftspraktiken in der
Versicherungsindustrie geführt hat. Für Fahranfänger gelten
zudem seit jeher besondere Bestimmungen. Nach der „Association
of British Insurers“ verursachen Fahrer zwischen 17 und24 Jahren
30 Prozent der Unfälle, obwohl sie nur 12 Prozent am Anteil
aller Versicherten ausmachen. Und auch das Geschlecht
entscheidet über die entsprechende Risikogruppe – Männer richten
mehr Schaden an als Frauen. Das ist der Grund, warum Jünglinge
zwischen 17 und 22 Jahren in Großbritannien eine Prämie von
durchschnittlich 2.750 Pfund erwarten müssen.
Jake Redshaw hat es besonders schlimm getroffen, weil er nur 17
Jahre alt ist. Allerdings könnte er sich überlegen, ob er nicht
auf ein Angebot der „Cooperative Group“ eingehen sollte. Die
bietet Fahranfängern reduzierte Prämien an, wenn die eine
„Smartbox“ in ihrem Wagen installieren, die das Fahrverhalten
überwacht. Wer langsamer und vorzugsweise tagsüber fährt sowie
weniger scharf bremst oder weniger rasant in die Kurven geht,
darf darauf hoffen, durchschnittlich 328 Pfund jährlich
einsparen zu können.
Traunsteiner Tagblatt/Jochen
Wittmann |
|